Liebe Goldbacherinnen und Goldbacher,
Ein neues Jahr beginnt – ein Anlass, kurz innezuhalten und mit Zuversicht nach vorne zu blicken. 2026 wird uns alle erneut fordern, zugleich bietet es Chancen auf Fortschritt, gute Entscheidungen und Gemeinschaft.
Weltweit spüren wir die Auswirkungen zahlreicher Krisen. Die Kriege und Krisen in der Ukraine, im Gazastreifen und im Sudan erinnern uns täglich daran, wie wertvoll Frieden ist und wie sehr wir Stabilität und Menschlichkeit brauchen. Auch wenn diese Konflikte weit entfernt scheinen, berühren sie uns doch in vielerlei Hinsicht.
Mit der neuen Bundesregierung verbindet sich die Hoffnung, dass 2026 spürbare Verbesserungen bringt – Entlastungen, Klarheit und eine verlässliche Politik, die den Alltag der Menschen wirklich erreicht. Veränderungen brauchen Zeit, aber sie beginnen mit einem entschlossenen Anspruch, es besser zu machen.
Auch wir in Goldbach haben uns für dieses Jahr wieder viel vorgenommen. Einige Projekte stehen beispielhaft für den Weg, den wir gehen wollen: nachhaltig, zukunftsorientiert und mit Blick auf kommende Generationen.
So wird im 3. Quartal 2026 die Generalsanierung unserer Grundschule abgeschlossen. Zeitgleich nehmen wir die neue Heizzentrale in Betrieb – eine Kombination aus Holzhackschnitzelanlage und Blockheizkraftwerk, die den gesamten Schulkomplex und die Weberbornhalle überwiegend mit regenerativer Energie versorgen wird. Ein Meilenstein für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
Ein weiteres Großprojekt entsteht entlang der Bahnlinie in Goldbach Süd: Die Freiflächenphotovoltaikanlage „Stumpertsacker“, realisiert durch das Energiewerk des Landkreises Aschaffenburg unter Beteiligung des Marktes Goldbach und des E-Werks Goldbach-Hösbach. Diese Anlage wird rechnerisch so viel Strom erzeugen, dass der komplette Ortsteil Süd samt Spessartstraße ein Jahr lang versorgt werden könnte – ein starkes Signal für regionale Energieproduktion und kommunale Kooperation.
Natürlich haben diese großen Zukunftsprojekte ihren Preis. Unser Schuldenstand wird Ende des Jahres hoch sein – so hoch, dass wir in den kommenden Jahren zwangsläufig eine Phase der Haushaltskonsolidierung durchlaufen müssen. Das bedeutet weniger Spielraum für große Investitionen. Aber es bedeutet nicht, dass wir stehen bleiben. Im Gegenteil: gerade jetzt sollten wir die Zeit nutzen, um kluge, nachhaltige Entscheidungen für morgen vorzubereiten.
Unser Ortskern – und damit das Herz Goldbachs – ist eines der zentralen Zukunftsthemen. Die Neugestaltung des Rathausplatzes wird intensiv und leidenschaftlich diskutiert. Manche fragen, ob Planungen angesichts der aktuellen finanziellen Lage überhaupt sinnvoll sind. Meine Antwort ist klar: Ja! Seit 2008 sind wir Teil des Städtebauförderprogramms, das uns weiterhin hohe Förderquoten – künftig sogar bis zu 90 Prozent – ermöglicht. Würden wir jetzt stoppen, riskieren wir unseren Platz in diesem Programm und würden die Ortskernsanierung über Jahrzehnte ausbremsen. Das träfe vor allem die kommenden Generationen.
Gerade die Sanierung des alten Feuerwehrhauses – eines zentralen Ortes für gesellschaftliches Leben und Begegnung und mit oder ohne Förderung in den nächsten Jahren zwangsläufig renovierungsbedürftig– zeigt, wie wichtig vorausschauende Planung ist. Deshalb gilt: weiterplanen, weiterdenken und weiter im Dialog bleiben. Gute Konzepte brauchen Zeit. Und sie müssen bereitliegen, wenn Goldbach wieder größere finanzielle Spielräume hat. Lieber später richtig, als heute halbherzig. Denn Ortskernsanierung ist keine Frage des Prestiges oder gar Luxus – sie ist Daseinsvorsorge für Handel, Vereine, Familien, Seniorinnen und Senioren.
Auch Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, werden bald gefragt sein: Eine breit angelegte Bürgerbeteiligung steht bevor, die noch final vom Marktgemeinderat auf den Weg gebracht werden muss.
Es bleibt also spannend – ebenso wie der Ausgang der Kommunalwahlen am 8. März. Wir können dankbar sein, in einem Land zu leben, in dem wir unsere Zukunft durch demokratische Entscheidungen mitgestalten können. Nutzen wir dieses Privileg!
Viele schöne Begegnungen und Veranstaltungen liegen ebenfalls vor uns. Ein besonderes Highlight wird sicher das Dorffest in Unterafferbach am letzten Juniwochenende – organisiert von nahezu allen Unterafferbacher Vereinen gemeinsam mit dem Vereinsring und der Kommune. Ein wunderbares Beispiel für gelebte Gemeinschaft und Zusammenhalt!
Ich freue mich auf jedes einzelne Fest, auf viele persönliche Gespräche und auf die gemeinsame Gestaltung unseres Goldbachs – mit Herz, Augenmaß und Zuversicht.
Herzlichst
Ihre Sandra Rußmann 1. Bürgermeisterin