Weihnachtsbotschaft

222Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in vielen meiner täglichen Begegnungen, nicht nur mit der älteren Generation, wird in Gesprächen oft der Lauf der Zeit thematisiert.
Dabei wird sowohl von den empfundenen Vorteilen der „guten alten Zeit“, als auch von den angenehmen, unverzichtbaren Errungenschaften der Neuzeit gesprochen.
Insgesamt wird der Fortgang der Zeit jedoch positiv betrachtet. Gleichzeitig wird häufig aber auch der Wunsch geäußert, die als immer schneller fortschreitend empfundene Zeit anhalten zu können, um das aktuelle Befinden noch möglichst lange zu genießen.

Nur wenige möchten die Zeit noch einmal zurückdrehen, selbst in dem Bewusstsein, dass die uns gegebene Zeit endlich ist.

Im Rückblick auf das Leben der heute älteren Generation zeigt sich meistens eine gewisse Balance aus Zeiten des Verzichts und Zeiten des bewussten Genusses. Und jede dieser im Bewusstsein verankerten Erfahrungen, für die sie sich Zeit genommen haben, hat ihnen viel gegeben.

Diese Erkenntnis kann ebenso auf eine Gemeinschaft wie Goldbach übertragen werden.
Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1218, deren 800-jähriges Jubiläum wir im Jahr 2018 feiern, haben sich viele Menschen Zeit für sich, für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl genommen, um sich und der Allgemeinheit etwas zu geben, zum Wohlfühlen, zur Gemeinschaftsbildung und zur Weiterentwicklung.

Dies geschah in Gremien, wie dem Gemeinderat, Verbänden, Organisationen, den kirchlichen Gruppierungen und den Vereinen, oder über das direkte persönliche Miteinander.

Unsere Ortschronik gibt einen tiefen Einblick in die Entwicklung der Menschen und des Ortes im Laufe der Geschichte, mit ihren Höhen und Tiefen.
Dabei konnte man sich auch in Goldbach dem Trend der Zeit, dem Zeitgeist, letztendlich nicht entziehen.

Dennoch möchten wir heute die Zeit für Goldbach wohl nicht mehr zurückdrehen, denn wir sind dankbar für den Fortschritt, den Wohlstand und für das Wissen, was uns unsere Vorfahren als Erbe übertragen haben. Ihre eingebrachte Zeit gab uns die Basis für den weiteren Aufbau.

Wie wichtig dieses „Zeit nehmen“, gerade in der immer hektischeren Welt mit steigenden Ansprüchen, überbordenden Informationen, einer veränderten Kommunikation sowie auch zunehmender Isolation ist, möchte ich mit folgender Geschichte verdeutlichen:

Ein Mann ging im Wald spazieren. Nach einer Weile sah er einen Holzfäller, der hastig und sehr angestrengt dabei war, einen auf dem Boden liegenden Baumstamm zu zerteilen. Er stöhnte und schwitzte und schien viel Mühe mit seiner Arbeit zu haben.

Der Spaziergänger trat etwas näher heran, um zu sehen, warum die Arbeit für den anderen so beschwerlich war. Schnell erkannte er den Grund und sagte zum Holzfäller: „Guten Tag. Ich sehe, dass Sie sich Ihre Arbeit ganz unnötig schwer machen. Ihre Säge ist ja richtig stumpf – warum schärfen Sie sie denn nicht?“

Der Holzfäller schaute nicht einmal hoch, sondern zischte nur durch die Zähne: „Keine Zeit! Ich muss sägen!“

Nehmen wir uns doch für unser Tun die nötige Zeit zur Information, die Zeit zum Überlegen, Analysieren und Kommunizieren. Sie wird uns vielleicht viele nützliche Erkenntnisse und Erleichterungen für das tägliche Handeln bringen.

Herzlichen Dank allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich im Beruf, in der Familie, im Ehrenamt oder im persönlichen Umfeld diese Zeit nehmen, um sich und auch uns als Gemeinschaft etwas zu geben.
Vielen Dank den engagierten Bürgerinnen und Bürgern des Marktgemeinderats, des Vereinsrings, der Vereine, des Festausschusses sowie der Verwaltung, die sich schon viel Zeit zur Vorbereitung der Jubiläumsaktivitäten genommen haben.
Diese Zeit wird uns sicher unvergessene Erlebnisse im Jubiläumsjahr 2018 bescheren.
Bitte nehmen Sie sich die Zeit, dieses Jubiläumsjahr gemeinsam mit uns zu begehen und zu feiern.
Wir starten mit dem öffentlichen Neujahrempfang am 1. Januar um 16.00 Uhr in der Sporthalle am Weberborn.

Bis dahin wünsche ich Ihnen, auch im Namen des Marktgemeinderates und der Belegschaft, ein gabenreiches Weihnachtsfest, für das Sie sich viel Zeit nehmen und einen guten Rutsch in das Jubiläumsjahr.

Es möge Ihnen viel Glück, Erfolg, Wohlbefinden und Gottes Segen geben.

 

Ihr Bürgermeister
Thomas Krimm


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